MLUL

Fachbereiche

Fachübergreifende Infos

Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Verwaltung und Service

Moorschutz im Wald

Archive der Natur

Quellmoor Neues Fenster: Bild - Quellmoor  - vergrößern © MIL

Die ältesten Moore Brandenburgs sind 13.000 Jahre alt und haben eine wechselvolle Entwicklung hinter sich. Sie geben uns als Archive der Natur Auskunft über Klima, Wasserhaushalt und Vegetation vergangener Epochen. Auf Grund ihrer besonderen Bedeutung als Kohlenstoff- und Wasserspeicher sowie als Lebensraum für gefährdete, besonders spezialisierte Tier- und Pflanzenarten ist es erforderlich, geschädigten Waldmooren durch geeignete wald- und wasserbauliche Maßnahmen das Überleben zu sichern.

Bereits Ende des Jahres 2004 wurde deshalb ein Waldmoorschutzprogramm Brandenburg unter Regie des Ministeriums für ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz in enger Zusammenarbeit u.a. mit dem Landesumweltamt Brandenburg (LUA), der Fachhochschule Eberswalde (FHS) und der Humbolt-Universität Berlin in Angriff genommen. Es sollte einerseits auf die Bedeutung und Gefährdung der Waldmoore in Brandenburg aufmerksam machen und andererseits, beginnend im Landeswald, Beispiele für die Revitalisierung bisher vernachlässigter bzw. gefährdeter Moore schaffen.

Folgende Schwerpunkte beinhaltet das Moorprogramm:

  • Erfassung, Bewertung und Monitoring von Waldmooren
  • Durchführung von Waldumbaumaßnahmen im Einzugsbereich von Waldmooren
  • Planung und fachliche Betreuung von Renaturierungsprojekten mit Schwerpunkt wasserbaulicher Maßnahmen
  • Erhalt und Entwicklung der Schutzzonen um Moore und Klarwasserseen
  • Unterstützung der Waldbesitzer, Behörden und Interessierten durch Schulungen und Informationsmaterial
  • Öffentlichkeitsarbeit
  •  Wissenschaftliche Begleitung

Zur Verbesserung der Wasserzufuhr wurden, vorrangig im Landeswald, Waldumbaumaßnahmen in den oberirdischen Einzugsgebieten der Moore (Reduzierung des Bestockungsgrades, Erhöhung des Laubbaumanteils) durchgeführt. Ergänzend dazu erfolgte bei einigen Projekten die Entnahme von Nadelgehölzen (hier der oftmals vorhandene Fichtengürtel) im Randbereich der Moore sowie im Bedarfsfall eine Gehölzentnahme auf den Moorkörpern. Bei annähernd der Hälfte der bearbeiteten Moorschutzprojekte waren wasserregulierende Begleitmaßnahmen erforderlich.

Öffentlichkeit sensibilisieren

Die Notwendigkeit sich dem Moorschutz im Wald mehr den je zu widmen, ist von vielen Forstleuten und Waldbesitzern erkannt worden, so dass weitere Projekte auch im Privatwald folgen werden. Ein gelungenes Beispiel ist der Moorerlebnispfad in Menz. Hier wird der Öffentlichkeit die besondere Bedeutung und Schutzbedürftigkeit von Mooren als Wasserspeicher, Kohlenstoffsenke und Lebensraum sehr anschaulich demonstriert.