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Erneuerbare Energien


 

Das Land Brandenburg baut die erneuerbaren Energieträger weiter aus

Das Land setzt auf eine innovative Energie- und Klimaschutzpolitik, die sich an Energieeffizienz und Energieeinsparung orientiert, aber auch schwerpunktmäßig auf erneuerbare Energien abzielt. Dies trägt zur Reduzierung der klimaschädlichen Treibhausgase, der Schonung der natürlichen Ressourcen und zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes und der Importunabhängigkeit bei.

Erneuerbare Energien (© Thaut Images, www.fotolia.com)Erneuerbare Energien © Thaut Images, www.fotolia.comEin Ziel der brandenburgischen Energie- und Klimaschutzpolitik ist der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien. Derzeit  werden mit dem bisher erreichten Ausbaustand jährlich über 13 Mio. Tonnen Kohlendioxid gegenüber herkömmlicher Erzeugung vermieden. Ein weiterer nicht unerheblicher Aspekt beim Ausbau der erneuerbaren Energien ist der Erhalt und der Ausbau von zukunftsorientierten Arbeitsplätzen und regionaler Wertschöpfung zu sehen.

Die Landesregierung hat das energie- und klimapolitische Ziel formuliert, dass bis 2030 der Anteil der Erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch 32 Prozent (%) (mindestens 170 PJ) betragen soll. Bezogen auf den künftigen Endenergieverbrauch sollen folgende Teilziele erreicht werden: 

  • Anteil am Stromverbrauch: 100 %
  • Anteil am Wärmeverbrauch: 39 %
  • Anteil am Verkehr (inkl. Flugverkehr): 8 %.

Insgesamt wären damit 44 % (88 PJ) des prognostizierten Endenergieverbrauchs für 2030 durch Erneuerbare Energien gedeckt.

Dieser Ausbau, von dem bereits ein Teil realisiert ist, ist kein Selbstzweck. Mit dem Ausbau sind ein bedeutender Klimaschutzeffekt und die Grundlagen für die zukünftige Energiewirtschaft verbunden. Mittlerweile wird 30 % des Stromverbrauchs in Berlin und Brandenburg durch Windkraftanlagen gedeckt. Bis zum Jahr 2030 sollen die Erneuerbaren Energien den gesamten Strombedarf in Brandenburg und Berlin rechnerisch decken können. Die Windkraft wird daran einen Anteil von 80 % haben. Dadurch werden klassische kohlenstoffintensive Grundlastkraftwerke überflüssig und der Bedarf an flexibleren Kraftwerken bzw. Speichertechnologien wird wachsen. Neben dem Repowering alter Windkraftanlagen ist es weiterhin notwendig, dass die erforderlichen Windeignungsgebiete (ca. 645 bis 675 km2) zur Sicherung der Nettonutzfläche von 2 % der Landesfläche ausgewiesen werden. Um dieses Ziel erreichen zu können, werden bei der Aufstellung und Fortschreibung der Regionalpläne auch Flächen in Waldgebieten in den Blick genommen. Daher wurde ein Leitfaden erarbeitet, der über die speziellen Anforderungen in diesem Zusammenhang Auskunft gibt und die Vorgehensweise vereinheitlichen soll.

Einen Spitzenplatz innerhalb der erneuerbaren Energien hat in Brandenburg die Windkraftnutzung mit 8,6 TWh in 2013. Diese soll bis 2030 auf insgesamt 80 PJ bzw. 22,2 TWh ausgebaut werden. Von den rund 20.000 Arbeitsplätzen in der Energiewirtschaft entfallen über 9.000 Arbeitsplätze auf die verschiedenen Betriebe im Bereich der erneuerbare Energien (inkl. Zulieferer, Wartung u. ä.). Mittlerweile arbeiten im Bereich Erneuerbare Energien mehr Menschen als in der Braunkohleverstromung innerhalb Brandenburgs.

Umrechnungen
 
1 TWh = 1.000 GWh
3,6 PJ = 1.000 GWh
1 GWh = 1 Mio. kWh
 
Erläuterungen
 
PJ     - Petajoule
TWh  - Terawattstunde
GWh - Gigawattstunde
kWh  - Kilowattstunde

Die solare Stromerzeugung soll bis 2030 auf über 11,7 PJ bzw. 3,25 TWh ausgebaut werden, CO2-freien Strom erzeugen und für regionale Wertschöpfung sorgen. Auch 2013 war der Leistungszubau bei der Photovoltaik wie in den beiden Vorjahren größer als bei der Windkraft. Dies liegt an den entstehenden Freiflächenanlagen, die nicht nur effektiver sind als Dachanlagen, sondern auch wesentlich zur Preisreduzierung von PV-Modulen beitragen.

Brandenburg setzt beim Ausbau der Erneuerbaren Energien mit seiner Biomassestrategie auf eine umweltverträgliche und nachhaltige Biomassenutzung. Die Bereitstellung von Strom, Wärme und Kraftstoffen aus biogenen Stoffen hat die strategische Zielmarke (58 PJ  PEV-Anteil für das Jahr 2030) bereits durch den Anstieg der Mitverbrennung von Biomasse in konventionellen Kraftwerken und der zunehmenden Verarbeitung in Raffinerien erreicht (z. Zt. über 60 PJ). Die weitere Entwicklung soll sich nicht auf den quantitativen Ausbau von Bioenergieanlagen beschränken, sondern zunehmend durch Effizienzsteigerung und den verstärkten Einsatz von biogenen Reststoffen gekennzeichnet sein. Dabei stehen die Stichworte Kraft-Wärme-Kopplung, Einspeisung von Biomethan in das Erdgasnetz, Nutzung des Potenzials an Wirtschaftsdüngern, Mehrfachnutzung von Biomasse und Bioraffinerien exemplarisch für die Schwerpunkte der weiteren Entwicklung.

Die größten Anreize für den Ausbau der erneuerbaren Energien geben das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und entsprechende Förderprogramme auf Bundes- und Landesebene. Die im Erneuerbare-Energien-Gesetz festgeschrieben, degressiven Vergütungssätze schaffen nicht nur langfristige Planungssicherheit für Investitionen in stromerzeugenden Anlagen, sondern begünstigen ebenso die Steigerung der Energieeffizienz und die Entwicklung innovativer Technologien. Ein vergleichbares Instrument für Wärmeerzeugung wurde mit dem Erneuerbaren-Energien-Wärme-Gesetz geschaffen (EEWärmeG).

Daneben werden in der Regional- und Landesplanung sowie in der interministeriellen Arbeitsgruppe zur Umsetzung der Energie- und Klimaschutzstrategie Maßnahmen, Initiativen und Konzepte für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien entwickelt.

Begleitet werden die Aktivitäten im Land u. a. durch die "Brandenburgische Energie Initiative - ETI", die "ZukunftsAgentur Brandenburg - ZAB", die Regionalen Planungsstellen und die regionale Bioenergieberatung. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Initiativen auf lokaler und privater Ebene, die sich engagiert für den Ausbau erneuerbarer Energien einsetzen.

Unter dem Titel "Klimaschutz mit Bürgerenergieanlagen" werden in einer Broschüre der EnergieAgentur Nordrhein-Westfalen verschiedene Formen von Betreibergesellschaften und finanziellen Beteiligungsmöglichkeiten vorgestellt und mit Beispielen unterlegt.

Letzte Aktualisierung: 24.01.2017

Übersicht



Kontakt:

MLUL, Abteilung Umwelt,
Klimaschutz, Nachhaltigkeit
Referat 53
Dr. Volker Scheps
Tel.: 0331/ 866 -7855
E-Mail: Dr. Volker Scheps


Kontakt:

Landesamt für Umwelt
Abteilung Technischer Umweltschutz 1
Referat T 14 - Klimaschutz,
Luftqualität, Nachhaltigkeit
Carsten Linke
Tel.: 033201/ 442-322
E-Mail: Carsten Linke