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Gesundheitliche Wirkungen von Partikeln

Position des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL)

Das Ministerium vertritt die Auffassung, dass hohe Partikelemissionen ein erhöhtes gesundheitliches Risiko für die Betroffenen bedeuten. Demzufolge sind geeignete Minderungsmaßnahmen zur dauerhaften Absenkung der Partikelkonzentrationen zu ergreifen. Eine hohe Partikelanzahl in der Luft ist gegenwärtig das größte Problem der Luftreinhaltung im Land Brandenburg. Seitens des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen (MASGF) ist im Jahr 2005 ein Positionspapier über die "Gesundheitliche Wirkung von Feinstaub" erarbeitet worden. Dieses ist nun mit neuer Zuständigkeit des MUGV (jetziges Min. für Ländlcihe Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft) überarbeitet worden.

Feinstäube sind in der Regel Feststoffpartikel, die als Schwebstaub teilweise sehr lange in der Luft verweilen. Partikel werden nach ihrer Teilchengröße (gemessen als aerodynamischen Durchmesser) in PM 10 (inhalierbarer bzw. thorakaler Schwebstaub), PM 2,5 (lungen-gängiger bzw. alveolengängiger Schwebstaub) und in PM 0,1 (ultrafeine Partikel) eingeteilt. Die Verordnung über Immissionswerte für Schadstoffe in der Luft (22. BImSchV) liefert die Begriffsbestimmungen für PM 10 (Partikel < 10 µm) und PM 2,5 (Partikel < 2,5 µm) und legt Grenzwerte für den Schutz der menschlichen Gesundheit fest. Nach derzeitigen Erkenntnissen ist außerdem die Teilchengröße < 0,1 µm von gesundheitlicher Bedeutung.

Feinstäube können bei Sandstürmen, Waldbränden, Vulkanausbrüchen etc. entstehen. Weitere Ursachen sind auch im Straßenverkehr, bei der industriellen Produktion, bei der Energieerzeugung oder bei Umschlagprozessen und weiteren stauberzeugenden Vorgängen zu suchen. Nach einer Studie des Länderausschusses für Immissionsschutz (LAI) ist der Straßenverkehr bei Feinstaub mit 45 bis 65 Prozent an den gemessenen Spitzenbelastungen beteiligt. Einer der größten Verursacher für die Belastungen sind Partikel aus Dieselmotoren.

Für die gesundheitlichen Auswirkungen von Partikeln sind sowohl ihre Größe, ihre Form als auch ihre chemische Zusammensetzung bedeutend. Je kleiner die Teilchen sind, desto weiter können sie in die Atemwege vordringen. Während Teilchen mit einem Durchmesser von mehr als 10 Mikrometer nur die Nasenschleimhäute und den Rachen erreichen und in der Regel wieder ausgehustet werden, können kleinere Partikel bis in die Lunge und Bronchien gelangen. Es wird angenommen, dass ultrafeine Teilchen auf dem Weg über die Lunge und Blutbahn auch in andere Organe dringen.

Epidemiologische Studien belegen, dass hohe Feinstaub-Konzentrationen in der Umgebungsluft zu ernsten gesundheitlichen Auswirkungen führen können.

Die gesundheitlichen Effekte von Feinstaub betreffen die Atemwege selbst sowie auch andere Organe. Nasennebenhöhlenentzündungen, Bronchitis, Asthma, Lungenkrebs sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören zu den am häufigsten festgestellten Krankheitsbildern. Für die Ausbildung der Krankheitssymptome ist ebenso entscheidend, ob Vorerkrankungen der Atemwege und des Herz-Kreislauf-Systems vorliegen. So reagieren Asthmatiker empfindlicher. Ihr Erkrankungsrisiko ist deshalb höher als bei gesunden Menschen. Bei einer Kurzzeitexposition gegenüber Partikeln können die Effekte am selben Tag oder mit einigen Tagen Verzögerung auftreten. Eine langfristige Exposition gegenüber feinen Partikeln kann zu einer Verkürzung der Lebenserwartung beitragen. Besonders von den gesundheitlichen Gefährdungen durch Feinstaub sind die sehr jungen und sehr alten Menschen betroffen.

Eine Wirkungsschwelle lässt sich nicht ableiten, d.h. eine Wirkungsschwelle unterhalb derer gesundheitliche Auswirkungen nicht mehr festzustellen sind, gibt es nicht.

Wirksames Handeln ist erforderlich, um die Gesundheitsgefahren durch Partikel dauerhaft zu mindern. Untersuchungen bestätigen, dass die Reduktion der Partikelkonzentration zu einer Abnahme von negativen Gesundheitseffekten führen kann. Die gegenwärtig in Europa auftretende Partikelbelastung der Luft reduziert die durchschnittliche Lebenserwartung der betroffenen Bürger um einige Monate. Von den ca. 800.000 Menschen, die im Jahr versterben, sind ca. 1 bis 2 Prozent der Todesfälle den Kfz-Abgasen aus Dieselfahrzeugen zuzuordnen. Von diesen Todesfällen sind ca. 8.000 bis 17.000 auf Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen und etwa 1.000 bis 2.000 auf Lungenkrebs zurückzuführen.

Durch die Verwendung von Partikelfiltern bei Dieselfahrzeugen könnte die Immissionskonzentration der lungengängigen Partikel in Deutschland um 3 µg/m3 gesenkt werden.

Das MLUL setzt sich dafür ein, dass die Ausstattung der Dieselfahrzeuge mit Partikelfiltern als eine wichtige Möglichkeit der Feinstaubreduzierung schnellstmöglich zum Standard wird, d.h. Neufahrzeuge serienmäßig mit Partikelfiltersystemen ausgestattet werden und Altfahrzeuge entsprechende Nachrüstsysteme erhalten.

Ziel ist, dass die durch EU- und Bundesrecht festgelegten Grenzwerte für Partikel (Jahres-mittelwert 40 µg/m3; Überschreitung des Tagesmittelwertes von 50 µg/m3 an höchstens 35 Tagen im Jahr) im Land Brandenburg eingehalten werden und dadurch eine Minderung des gesundheitlichen Risikos erreicht wird.

Download:

Positionspapier über die "Gesundheitliche Wirkung von Feinstaub"

Letzte Aktualisierung: 25.06.2015

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Kontakt:

MLUL, Abteilung Umwelt,
Klimaschutz, Nachhaltigkeit
Referat 54
Dr. Frank Beck
Tel.: 0331/ 866 -7210
E-Mail: Dr. Frank Beck