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19.04.2017Ribbeck begeht den 1. „Tag der Birne“ – Vogelsänger bei der Wiedereröffnung des Birnengartens

Termin: Sonntag, 23. April 2017
Zeit: 13.00 Uhr
Ort: 14641 Ribbeck, Birnengarten
direkt hinter der alten Brennerei
Internet: www.birnengarten-ribbeck.de

 
  

Ribbeck – Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger wird am kommenden Sonntag (23. April)  in Ribbeck den Birnengarten wiedereröffnen. Unter dem Motto „Gemeinsam 1001 Birnbäume pflanzen“ hat Rafael Kugel den bereits 2008 begonnenen Schaugarten für Besucher auf Vordermann gebracht, so dass nun neue Bäume mit neuen Sorten hinzukommen können. Dafür hat sich der Kaufmann, der aus der Bodenseeregion stammt und sich inzwischen in Berlin als Unternehmer im Bio-Lebensmittelhandel einen Namen gemacht hat, weitere Baumpaten gesucht. Vogelsänger hat die Schirmherrschaft für den 1. Ribbecker „Tag der Birne“ übernommen. Weitere sollen in den kommenden Jahren jeweils am vierten April-Sonntag folgen.

Der Garten beherbergt 23 Bäume mit 14 Birnensorten, unter anderem Gute Luise, Köstliche von Charneu, Williams Christ, Petersbirne, Pastorenbirne, Gellert´s Butterbirne.

Die Sortenvielfalt der Birne und die traditionelle Anbauweise auf Streuobstwiesen soll an diesem besonderen Ort vermittelt werden. Zudem wollen die Initiatoren für Werte wie Großzügigkeit, Mitmenschlichkeit und Toleranz, die seit Fontanes Gedicht mit der Ribbecker Birne verbunden werden, werben.

2008 pflanzte Matthias Platzeck den ersten Baum für den Birnengarten. Alle anderen Bundesländer sollten folgen. Für die Landesgartenschau 2009 wurde auch der Birnengarten hergerichtet. Danach aber geriet der kleine Garten wieder in Vergessenheit und verschwand fast hinter wilden Sträuchern, bis Kugel sich des Projekts annahm.

Befreit von Wildnis und anderem Gebüsch kam der Birnengarten wieder zum Vorschein. Mit dem Start des Unternehmens „Havelwasser” und dessen Produkts (ein Getränk aus Birnensaft und Weißwein) vor zweieinhalb Jahren wurde festgestellt, dass Bio-Birnen aus dem Havelland nur schwer zu bekommen sind. Um dies zu ändern und für eine größere Verbreitung der Birne zu sorgen, wurde die Kampagne „Gemeinsam 1001 Birnbäume pflanzen” gestartet.

Berühmt geworden ist die Birne in Ribbeck durch Theodor Fontanes Gedicht „Herr von  Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ (1889). Der dort beschriebene Hans-Georg von Ribbeck lebte von 1689 bis 1759. Hans-Georg  von  Ribbeck war freundlich zu den Bauern und Büdnern und verschenkte mittags gern Birnen an die Kinder des Dorfs. Er erbat angesichts seines knauserigen Sohnes listig eine Birne mit ins Grab, aus der ein Baum wuchs. In den Siebzigerjahren ist zu DDR-Zeiten ein Birnbaum nachgepflanzt worden. Da der jedoch nicht den erwünschten Ertrag brachte, wurde im April 2000 unter der Ägide der Ribbecks, von denen einige nach dem Mauerfall ins Dorf zurückgekehrt sind, ein neuer Baum gepflanzt.

Fontanes Birnensorten in Müncheberg

Wer alte Birnen heute noch schmecken will, sollte zur Obstbauversuchsstation Müncheberg beim Landesamt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Ländliche Entwicklung fahren, wo noch 100 Sorten stehen, unter anderen die Schmalzbirne, Petersbirne, Blut-Birne, Sommereier-Birne oder Sommer-Muskateller-Birne. Und hier erfährt man auch, welche der alten Sorten Herr von Ribbeck mutmaßlich in seiner Tasche hatte. Die von Fontane beschriebene Fruchtgröße und das Farbspiel weisen darauf hin, dass es sich um die kleine Sommer-Muskateller-Birne oder die Schmalzbirne gehandelt haben kann – beides Sorten, die auf Grund ihrer Frostresistenz zu damaliger Zeit hier angebaut werden konnten und im Übrigen in Deutschland schon über 500 Jahre bekannt sind.

Die Müncheberger beschränken sich aber nicht nur auf die Bestände im eigenen Obstgarten. Von hier aus werden auch alte Birnbäume wissenschaftlich betreut, die sich im Land sonst noch finden.

So ist die Kniddelbirne, von der sich 200 Jahre alte, eichenstarke Exemplare in Brandenburg erhalten haben, die Stammform vieler Landsorten. In der Regierungszeit Friedrich II. wurde diese so genannte Primitivform im Wechsel mit Eichen zur Erfüllung des Ehestandgesetzes gepflanzt. Als Nahrungsgrundlage wurde sie in Wechselpflanzungen in Hutungen für die Schweinemast eingesetzt. Heute kommen Kniddeln immer noch in der Landschaftspflege zum Einsatz, unter anderem bei Saumpflanzungen an Wäldern, an Söllen oder als Solitäre in der offenen Agrarlandschaft.

Direkt aus der Zeit Fontanes stammt die Kaiserin mit dem Eichenlaub. Ein 150 Jahre altes Exemplar der bereits als verschollen vermuteten Birnbaumsorte konnten die Müncheberger in der Uckermark wiederentdecken und vermehren.

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