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02.02.2018Baumerkrankung in Südbrandenburger Wäldern: Maßnahmen zur Eindämmung der Nadelbräune gestartet

Peitz Der Landesbetrieb Forst Brandenburg hat im Bereich der Landeswaldoberförsterei Peitz mit der Bekämpfung eines gefährlichen Baumpilzes begonnen, der als Verursacher der auch Nadelbräune genannten Rotbänderkrankheit gilt.

Auf Grund des Klimawandels nehmen Pilzerkrankungen an Bäumen zu. Im Sommer 2017 wurde erstmalig das Auftreten eines pilzlichen Quarantäneschaderregers auf Waldflächen in Südbrandenburg festgestellt. Von einer feucht-warmen Witterung wie im letzten Jahr profitieren vor allem pilzliche Schaderreger. In der Folge wurde erstmals das großflächige Auftreten der auch Nadelbräune genannten Rotbänderkrankheit in Spree-Neiße festgestellt. Der dafür verantwortliche Pilz steht wegen seiner Gefährlichkeit auf dem Index der Quarantäne-Schadorganismen der EU.

Auf der Südhalbkugel verursacht der Pilz vor allem an Kiefern erhebliche Schäden. Die Nadeln werden braun und die Bäume können nach mehrjährigem Befall absterben.

In Brandenburg kommt die Rotbänderkrankheit gegenwärtig im Wald nur an Schwarz- und Bergkiefern, insbesondere auf den Kippenaufforstungen in Südbrandenburg, vor. Die heimische Kiefer ist bis jetzt nicht betroffen. Da eine Ausbreitung des Schaderregers durch Pilzsporen erfolgt, die durch Wind transportiert werden, sind Maßnahmen zur Eindämmung nicht einfach.

Zuständig für die Überwachung von Quarantäne-Schädlingen ist der Pflanzenschutzdienst des Landesamts für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung. Um eine weitere Ausbreitung der Pilzsporen im Frühjahr zu erschweren, wurde durch den Pflanzenschutzdienst gemeinsam mit den Förstern Maßnahmen festgelegt, die jetzt im Winterhalbjahr durchzuführen sind.

Dazu gehört es auch die befallenen Waldbestände so aufzulichten, dass ein für den Pilz lebensfeindliches Waldinnenklima entsteht.

Arbeiten in Peitzer Revieren haben begonnen

Die Landeswaldoberförsterei Peitz hat mit der Bekämpfung ein Unternehmen beauftragt, das mit technischem Gerät alle 12 Meter eine zirka 3,50 Meter breite Schneise in die Schwarzkiefernbestände schneidet. Das gesamte Material wird auf den Schneisen ablegt. Beidseitig der Schneisen werden durch Holzerntemaschinen so viele Bäume entnommen, dass sich die Nadeln der Baumkronen nicht mehr berühren. Die Bäume werden anschließend komplett gehackt und in abgedeckten Containern in Biomassekraftwerke einer energetischen Verwertung zugeführt. So wird verhindert, dass beim Transport eine weitere Verbreitung der Pilzsporen erfolgen kann.

Durch die Auflichtung der Waldbestände muss aber damit gerechnet werden, dass diese zukünftig sehr anfällig gegen Wind und Nass-Schnee sind. Eine langfristige Stabilisierung der befallenen Waldbestände wird deshalb nur durch Mischung und Waldumbau mit Baumarten erreicht, die nicht vom Schaderreger befallen werden. Das ist in der Regel Laubholz. Auf den Anbau von Kiefern auf diesen Flächen wird nach Möglichkeit verzichtet.

Auch private und kommunale Waldbesitzer müssen auf befallenen Flächen in den nächsten Wochen, die vom Pflanzenschutzdienst angeordneten Maßnahmen durchführen. Die zuständigen Oberförstereien stehen bei Fragen zur Durchführung beratend zur Seite.

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Dr. Jens-Uwe Schade
Pressesprecher
Tel.: 0331/ 866 -7016
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