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Natua 2000: Bewirtschaftungserlasse

Bewirtschaftungserlass als ein Instrument zur Umsetzung der EU-Vorgaben
zur Sicherung von FFH- und Vogelschutzgebieten

Zur Sicherung des ökologischen Netzes "Natura 2000" legen die Mitgliedstaaten nach Art. 6 der FFH-Richtlinie die nötigen Erhaltungsmaßnahmen fest, die Bewirtschaftungspläne und geeignete Maßnahmen in rechtlicher, administrativer oder vertraglicher Art umfassen, um den ökologischen Erfordernissen der im Gebiet vorkommenden Lebensraumtypen und Arten der Europäischen Richtlinien zu entsprechen. Die Mitgliedstaaten treffen geeignete Maßnahmen, um in den besonderen Schutzgebieten Verschlechterungen und Störungen der Lebensräume und Arten zu vermeiden.

In Brandenburg wurde im Rahmen einer Projektgruppe "Natura 2000" mittels Vorprüfung zur rechtlichen Sicherung der Gebiete, die noch nicht über einen nationalen Schutzstatus verfügen, festgestellt, welches für jedes dieser Gebiete das geeignetste und mildeste Schutzinstrument darstellt. Es wurden die Gebiete ausgewählt, bei denen die Erhaltung der Lebensraumtypen und Arten auch durch vertragliche Vereinbarungen und fachplanerische Mittel gesichert werden können.

Für diese nicht zwingend über eine Rechtsverordnung als Naturschutzgebiet zu sichernden Gebiete wird jeweils ein Bewirtschaftungserlass aufgestellt, der die Umsetzung der Erhaltungsmaßnahmen gemeinsam mit den örtlich und fachlich zuständigen Behörden und Flächeneigentümern sichern soll. Rechtsgrundlage hierfür ist § 32 Abs. 4 des Bundesnaturschutzgesetzes. Die Umsetzung erfolgt über Regelungen in den Fachgesetzen, zum Beispiel dem Landeswaldgesetz, dem Wasserrecht und über vertragliche Vereinbarungen sowie der Inanspruchnahme von Fördermitteln.

Der Bewirtschaftungserlass enthält eine Beschreibung des Gebietes, eine Bewertung der ökologischen Erfordernisse der Lebensraumtypen, Arten und Biotope, die Erhaltungsziele sowie eine Tabelle der erforderlichen Erhaltungsmaßnahmen mit Umsetzungsinstrumenten. Zusammen mit einer Übersichtsskizze wird der Erlass im Amtsblatt veröffentlicht. 

Der Erlass ist verbindlich für die beteiligten Behörden und entfaltet über vertragliche Vereinbarungen, wie zum Beispiel Vertragsnaturschutz oder Förderprogramme (KULAP, etc.) eine Bindung der beteiligten Landnutzer. Ein Kartensatz - bestehend aus Biotopkartierung, Karte der Lebensraumtypen und Arten sowie eine Zielkarte - verdeutlichen Gebietsabgrenzung und Ziele des Erlasses. Eine zusätzliche numerische Darstellung ermöglicht eine Zuordnung der auf den jeweiligen Flächen zu beachtenden Regelungen und erforderlichen Erhaltungsmaßnahmen. Durch die Hinterlegung dieser Unterlagen bei den örtlichen Behörden, dem Landesumweltamt, der unteren Naturschutzbehörde, Stadt- bzw. Amtsverwaltung und ggf. auch bei dem zuständigen Standort des Landesbetriebes Forst, haben alle Beteiligten die Möglichkeit zur Einsichtnahme.

Letzte Aktualisierung: 02.05.2016

Übersicht


Natura 2000 in Brandenburg


Download:

  • Liste der Bewirtschaftungserlasse
    (incl. Anlagen und Karten
    Stand: Mai 2016)

Kontakt:

MLUL, Abteilung Naturschutz
Stabsstelle Umsetzung FFH-Richtlinie
Birgit Walden
Tel.: 0331/ 866 -7187
E-Mail an: Birgit Walden