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Glossar Natura 2000

»  Anhänge der FFH-Richtlinie »  Lebensraumtypen
»  Art. 38 Verordnung (EG) Nr. 16987/2005 »  Monitoring, Überwachungsgebot
»  Berichtspflicht(en) »  Natura 2000
»  Besondere Schutzgebiete »  Natürlicher Lebensraum
»  Biogeografische Regionen »  Phase 1 bis 3 der FFH -Richtlinie
»  EG-Vogelschutzrichtlinie »  Prioritäre Lebensräume und Arten
»  Erhaltung »  pSCI (proposed Site of Community Interest)
»  Erhaltungszielverordnung »  SAC (Special Area of Conservation)
»  EU-Programm LIFE + »  SCI (Site of Community Interest)
»  Fauna-Flora-Habitat - Richtlinie »  SPA (Special Protection Area) 
»  Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung »  Verschlechterungsverbot
»  Habitat einer Art »  Verträglichkeitsprüfung

Anhänge der FFH-Richtlinie

Der FFH-Richtlinie sind sechs Anhänge beigefügt, auf die in den einzelnen Richtlinien-Artikeln jeweils Bezug genommen wird. In den Anhängen I und II werden die natürlichen Lebensräume sowie die Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse konkret benannt. In Anhang III werden die Kriterien zur Auswahl der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung aufgelistet. In den Anhängen IV und V werden Arten genannt, für die spezielle Schutzmaßnahmen bestehen. Anhang VI listet verbotene Fang- und Lockmethoden auf.

Artikel 38 der Verordnung (EG) Nr. 16987/2005 des Rates
vom 20. September 2005

Die Ausgleichsrichtlinie über die Förderung der Entwicklung des ländlichen Raumes durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raumes (ELER) sieht für Landwirte einen Ausgleich von Kosten und Einkommensverlusten für umweltspezifische Einschränkungen in den besonderen Schutzgebieten vor. Die vom Agrar- und Umweltministerium des Landes Brandenburg erlassene Richtlinie zum Ausgleich von Kosten und Einkommensverluste für Landwirte in Natura 2000-Gebieten ist seit 30. November 2007 in Kraft.

Berichtspflicht(en)

Die Mitgliedstaaten müssen gemäß Art. 17 (1) FFH-RL alle sechs Jahre einen umfassenden Bericht über die Durchführung der im Rahmen der FFH-Richtlinie getroffenen Maßnahmen sowie die Bewertung der Auswirkungen dieser Maßnahmen auf den Erhaltungszustand der Lebensraumtypen des Anhangs I und der Arten des Anhangs II erstellen. Des Weiteren muss gemäß Art. 16 (2) FFH-RL alle zwei Jahre ein Bericht zum Artenschutz im Zusammenhang mit den genehmigten Ausnahmen erstellt werden.

Die Mitgliedstaaten übermitteln gemäß Art. 12 EG-Vogelschutzrichtlinie der Kommission alle drei Jahre einen zusammenfassenden Bericht über die Anwendung der aufgrund dieser Richtlinie erlassenen einzelstaatlichen Vorschriften.

Besondere Schutzgebiete

Dazu zählen für das "Natura 2000" Schutzgebietssystem die besonderen Schutzgebiete nach Art. 4 (1) der EG-Vogelschutzrichtlinie über den Erhalt wild lebender Vogelarten und die besonderen Schutzgebiete nach Art. 4 (4) der FFH-Richtlinie. Diese Gebiete sind nach nationalem oder nach Landesrecht geschützt.

Biogeografische Regionen

Biogeografische Regionen sind Bewertungsrahmen für die Auswahl der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung nach der FFH-Richtlinie. Differenziert wird in folgende biogeografische Regionen: kontinental (Mitteleuropa), atlantisch (Westeuropa), mediterran (Südeuropa), alpin (Hochgebirge), makaronesisch (Kanaren, Azoren, Madeira), boreal (Skandinavien) und pannonisch (Südosteuropa). Deutschland hat Anteil an der alpinen, atlantischen und der kontinentalen Region. Brandenburg gehört vollständig zur kontinentalen biogeografischen Region.

EG-Vogelschutzrichtlinie

Die Richtlinie 2009/147/EG des europäischen Parlaments und des Rates vom 30. November 2009 über die Erhaltung wildlebender Vogelarten wird allgemein als Vogelschutzrichtlinie bezeichnet. Die Gebiete der EG-Vogelschutzrichtlinie dienen der Erhaltung seltener und gefährdeter Vogelarten, in Brandenburg zum Beispiel Weiß- und Schwarzstorch, Eisvogel, Schwarz- und Mittelspecht, Rohrdommel und Wanderfalke.

Erhaltung

Der Begriff steht nach der FFH-Richtlinie für Maßnahmen des konservierenden Schutzes und der Wiederherstellung oder Renaturierung für Lebensräume und Arten einschließlich der eventuellen Wiederansiedlung gefährdeter Tiere und Pflanzen.

Erhaltungszielverordnungen für FFH-Gebiete

EU-Programm LIFE+

LIFE+ ist ein eigenständiges Förderprogramm der EU für die Umwelt zur Umsetzung der Umweltpolitik und des Umweltrechts. Der Programmzeitraum von LIFE+ umfasste die Jahre 2007 bis 2013 und verfügte in diesem Zeitraum über ein Gesamtbudget von rund 2,1 Mrd. €. Das Programm unterstützte finanziell Vorhaben, insbesondere im Bereich des Naturschutzes und der Erhaltung der biologischen Vielfalt, aber auch in weiten Teilen der übrigen Umwelt sowie umweltbezogene Information und Kommunikation.

Fauna-Flora-Habitat - Richtlinie

Richtlinie 92/43 EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen- (FFH-Richtlinie). Die Schutzgebiete der FFH-Richtlinie dienen der Erhaltung ausgewählter gefährdeter Lebensräume und Arten (ohne Vögel), darunter prioritäre Lebensräume und Arten.

Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung

Nach Vorlage der nationalen Gebietslisten führt die EU-Kommission ein Bewertungsverfahren durch, das innerhalb von maximal drei Jahren die Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung festlegt (gemäß Art. 4, Anhang III, Phase 2 FFH-RL).

Habitat einer Art

Durch spezifische abiotische und biotische Faktoren bestimmter Lebensraum, in dem diese Art in einem der Stadien ihres Lebenskreislaufs vorkommt.

Lebensraumtypen

Lebensraumtypen gemeinschaftlicher Bedeutung sind gemäß der FFH-Richtlinie Biotoptypen oder Biotopkomplexe, die nach Anhang I der FFH-Richtlinie im Schutzgebietssystem Natura 2000 geschützt werden müssen.

Monitoring, Überwachungsgebot

Verpflichtung zu einer allgemeinen Überwachung des Erhaltungszustandes der natürlichen Lebensraumtypen des Anhangs I und der Arten des Anhangs II, IV und V unter besonderer Berücksichtigung der prioritären Lebensraumtypen und prioritären Arten gemäß Art. 11 der FFH-RL.

Natura 2000

Natura 2000 ist der Name für ein europaweites Netz von nach EU-Recht geschützten besonderen Schutzgebieten. Natura 2000 umfasst die Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung nach der FFH-Richtlinie sowie die Schutzgebiete nach der Vogelschutzrichtlinie.

Natürlicher Lebensraum

Durch geografische, abiotische und biotische Merkmale gekennzeichnete völlig natürliche oder naturnahe terrestrische oder aquatische Gebiete.

Phase 1 bis 3 der FFH - Richtlinie

Für den Aufbau von Natura 2000 hat die Europäische Union in der FFH-Richtlinie einen Zeitrahmen vorgegeben, der sich über 3 Phasen von 1992 bis 2004 erstreckt. Phase 1 (6/92 - 6/95): Meldung der Gebiete zum Schutz der Lebensräume und der Arten in Form nationaler Listen. Phase 2 (6/95 - 6/98): Verbindliche Auswahl der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung aus den nationalen Listen durch die EU-Kommission in Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten. Phase 3 (6/98 - 6/2004): Unterschutzstellung der ausgewählten Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung durch die Mitgliedstaaten.

Prioritäre Lebensräume und Arten

Prioritäre Lebensräume und Arten sind natürliche Lebensraumtypen beziehungsweise Arten, deren Erhalt in der Europäischen Union eine besondere Bedeutung zukommt. Ihre Kennzeichnung erfolgt in den Anhängen I und II der FFH-Richtlinie mit einem Sternchen (*).

pSCI (proposed Site of Community Interest oder Importance)

Abkürzung der englischen Bezeichnung für die in der nationalen Gebietsliste vorgeschlagenen Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung.

SAC (Special Area of Conservation)

Abkürzung der englischen Bezeichnung für besondere Schutzgebiete nach Artikel 4 (4) der FFH-Richtlinie.

SCI (Site of Community Interest)

Mit dem englischen Kurzwort SCI werden in vielen Fachveröffentlichungen die von der EU-Kommission im Bewertungsverfahren festgelegten Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung bezeichnet.

SPA (Special Protection Area)

Abkürzung der englischen Bezeichnung für die Vogelschutzgebiete, also die nach nationalem beziehungsweise Länderrecht rechtsverbindlich ausgewiesenen Schutzgebiete der EG-Vogelschutzrichtlinie.

Verschlechterungsverbot

Gemäß Art. 6 (2) FFH-RL treffen die Mitgliedstaaten geeignete Maßnahmen, um in den besonderen Schutzgebieten die Verschlechterung der natürlichen Lebensräume und der Habitate der Arten sowie Störungen von Arten zu vermeiden, sofern solche Störungen sich im Hinblick auf die Ziele der FFH-Richtlinie erheblich auswirken könnten.

Verträglichkeitsprüfung

Besteht die Möglichkeit einer planungs- oder projektbedingten Gebietsbeeinträchtigung, ist nach Art. 6 (3) der FFH-RL eine Verträglichkeitsprüfung gefordert, die sich an die für die besonderen Schutzgebiete jeweils festgelegten Erhaltungsziele orientiert.

Letzte Aktualisierung: 23.05.2016

Übersicht


Natura 2000 in Brandenburg


Kontakt:

MLUL, Abteilung Naturschutz
Stabsstelle Umsetzung FFH-Richtlinie
Sabine Mautz
Tel.: 0331/ 866 -7192
E-Mail an: Sabine Mautz