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20.03.2013Nationalpark Unteres Odertal: Erfolgreich entwickelt, verankert in derRegion und beliebt bei den Besuchern

Criewen – Im Nationalpark Unteres Odertal ist es 2012 wieder „hoch hergegangen“. Die Kanutouren durch die Auenwildnis des unteren Odertals erfreuen sich wachsender Beliebtheit, der Entwurf für den Nationalparkplan wurde öffentlich vorgestellt und die Erforschung der Teichfledermaus führte zu überraschenden Ergebnissen. In diesem Jahr sollen die Endfassung des Nationalparkplans vorgelegt, das Flurbereinigungsverfahren mit der vorläufigen Besitzeinweisung in die erste Umsetzungsphase gehen und die zentralen Vorhaben des INTERREG 4A – Förderprojektes umgesetzt werden.

Nationalparkbesucher

30.000 Besucher und Gäste wurden in den verschiedenen Nationalparkeinrichtungen bzw. als Teilnehmer naturkundlicher Angebote von der Naturwacht, den Natur- und Landschaftsführern sowie den Kanuführern betreut.

Die wichtigste Einrichtung ist das Nationalparkhaus in Criewen mit seiner interaktiven Ausstellung, das von 19.500 Interessierten aufgesucht wurde.

An 328 naturkundlichen Angeboten und Veranstaltungen nahmen ca. 8.400 Personen teil. Fünf Großveranstaltungen, die Singschwantage, die Tour de Natur, der Polderlauf, der Schwedter Nationalparklauf und die Kranichwoche waren die größten Besuchermagneten. Sie verzeichneten insgesamt 4.500 Teilnehmer. Rund 750 Besucher nutzten das Angebot, mit den von der Nationalparkverwaltung qualifizierten Kanuführern die Auenwildnis zu erkunden, so viel wie noch nie seit der Einführung dieses besonderen Naturerlebnisses vor sieben Jahren.

Nationalparkplan

Für den in intensiver Abstimmung mit dem Kuratorium des Nationalparks erarbeiteten Entwurf des Nationalparkplans wurde eine breit angelegte Öffentlichkeitsbeteiligung durchgeführt. Der Planentwurf wurde an insgesamt 75 Träger öffentlicher Belange versandt, in den Amts- und Stadtverwaltungen öffentlich ausgelegt und vollständig auf der Webseite der Nationalparkverwaltung eingestellt. Von betroffenen Institutionen, Verwaltungen, Vereinen und Verbänden gingen 45 Stellungnahmen mit Hinweisen, Änderungs- und Ergänzungswünschen ein. Die Möglichkeit zur Einsichtnahme in die Planunterlagen wurde lediglich 15 mal genutzt. Dagegen zeigte sich die Beliebtheit des Mediums Internet deutlich: Fast 1.600 Zugriffe auf die Texte und Karten im Netz wurden verzeichnet.

Unternehmensflurbereinigungsverfahren

Das Unternehmensflurbereinigungsverfahren ist 2012 in die entscheidende Phase eingetreten. Die neue Feldeinteilung wurde im Entwurf durch die beauftragten Planungsbüros erarbeitet und zunächst mit den betroffenen Eigentümern und Nutzern im Rahmen der öffentlichen Auslegung im August 2012 erörtert. Anhand von Karten konnten sich die Eigentümer bereits ein Bild von der für sie jeweils vorgesehenen Abfindungsgestaltung machen. In dieser Phase eingebrachte Hinweise konnten vielfach noch in den weiteren Planungsprozess einfließen.

Die Zuteilungsentwürfe unterlagen zwischenzeitlich der Prüfung durch das Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF), die für ca. 11.000 Hektar bereits zu einer Genehmigung führten. In diesen Bereichen wurde mit der Absteckung der neuen Grenzen begonnen, so dass sich die Eigentümer und Nutzer nun auch vor Ort einen Eindruck von den für sie vorgesehenen Tauschflächen machen konnten oder noch in den nächsten Wochen machen können.

Für die weiteren ca. 8.000 Hektar steht die Prüfung kurz vor dem Abschluss, so dass auch für diese Bereiche in Kürze mit der vermessungstechnischen Übertragung der neuen Feldeinteilung in die Örtlichkeit begonnen werden soll.

Im Nationalpark bildet die neue Flurstücksstruktur der Zuteilungsentwürfe die Zielvorgaben des Nationalparkgesetzes und des Nationalparkplanes ab und beseitigt die bislang bestehenden Konflikte zwischen privatem Eigentum und den Naturschutzzielen.

Vorhabensbedingte Maßnahmen

Das Land Brandenburg als Träger des Nationalparks hat in der Region weitere wichtige vorhabensbedingte Maßnahmen umgesetzt. So konnten im Gartzer Bruch die wasserwirtschaftlichen Maßnahmen abgeschlossen werden, die zu einer Verbesserung des Wasserhaushalts und einer Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktionsbedingungen führen. Hier sind insgesamt ca. 1.14 Mill.€ investiert worden. Auch die touristische Infrastruktur im Nationalparkgebiet wurde mit der Sanierung von Brücken und Wegen im Umfang von bisher ca. 1.216 Mill. € weiter verbessert. Für die Ausführungsarbeiten konnten überwiegend Firmen aus der Region gebunden werden.

Fledermäuse im Visier

In enger Kooperation mit der Nationalparkverwaltung untersucht der Fledermausexperte Jörn Horn seit mehreren Jahren ehrenamtlich die Teichfledermaus (Myotis dasycneme), eine Art, die dem besonderen Schutz der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie unterliegt und in Brandenburg vom Aussterben bedroht ist.

Zu diesem Zweck werden Teichfledermäuse beringt und einige mit Sendern ausgestattet.

Nach dem Erstnachweis der Teichfledermaus im Nationalpark im Jahr 2004 gelangen in den folgenden Jahren immer wieder Einzelnachweise dieser Art, allerdings erbrachte die Telemetrierung nicht die erhofften neuen Erkenntnisse, da markierte Tiere immer wieder nach Polen abwanderten und nicht mehr geortet werden konnten.

2012 gelang dann endlich ein spektakulärer Durchbruch. 15 Teichfledermäuse konnten mit Netzen gefangen und besendert werden. Mit Hilfe der Telemetrie wurden zwei Fortpflanzungsgesellschaften in Bäumen gefunden sowie deren Jagdgebiete auf polnischer und deutscher Seite der Oder geortet. Erstmals konnte im Paarungszeitraum eine Paarungsgruppe von vier Tieren in einem Fledermauskasten sowie drei Quartiere von einem Männchen und einem Weibchen in Bäumen der Aue nachgewiesen werden.

Ausblick 2013

INTERREG – Projekt

In diesem Jahr werden die großen, reifen Früchte des deutsch-polnischen INTERREG – Projektes endlich geerntet werden können. Ende des Jahres wird das Nationalparkzentrum in Criewen mit dem Neubau des NATURA 2000 Hauses mit Wildniswerkstatt und Nationalparkladen komplettiert sein. Bei Mescherin und Stützkow werden die Besucher des Nationalparks den fantastischen Rundumblick von neu errichteten Beobachtungstürmen genießen können. Mit dreisprachigen, informativen Hinweistafeln im gesamten unteren Odertal wird die Besucherinformation und -lenkung deutlich verbessert und im Nationalparkhaus wird die Ausstellung durch neue Inhalte und Bereiche noch interessanter und vielgestaltiger.

Nationalparkplan

Zum Ende diesen Jahres soll die Endfassung des Nationalparkplans vorliegen. Das rund 1.000 Seiten starke Planwerk wird Anfang nächsten Jahres dann durch Bekanntmachung des Umweltministeriums in Kraft gesetzt. Damit verfügt auch der einzige brandenburgische Nationalpark über einen behördenverbindlichen Plan, der die Rahmenbedingungen und das Gerüst für seine Weiterentwicklung darstellt. Eine wesentliche Anforderung der für die deutschen Nationalparke geltenden Qualitätskriterien und –standards ist damit erfüllt.

Unternehmensflurbereinigungsverfahren

Nachdem für die überwiegenden Bereiche der Verfahrensteilgebiete Nord und Süd 2 bereits die Zuteilungsentwürfe genehmigt sind und mit der Planabsteckung/Plananzeige begonnen wurde, wird dieser Stand auch für den mittleren Verfahrensabschnitt Süd 1 in Kürze erwartet. Ziel ist es, auf dieser Grundlage und in Abhängigkeit von den Nutzungsterminen der einzelnen Flächen, bereits beginnend mit der Herbstbestellung 2013 für alle Ackerflächen, sukzessive bis zum Ende des Jahres 2013 für alle weiteren Flächen, die Grundstückseigentümer und deren Pächter in den Besitz und die Nutzung der neuen Flächen einzuweisen.

Somit könnten bereits im Ergebnis einer vorläufigen Besitzregelung die bodenordnerischen Ergebnisse ab 2014 eintreten und bislang bestehende Konflikte zwischen privatem Flächeneigentum und dem Schutzstatus der Flächen weitgehend ausgeräumt werden.

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Kontakt:

MLUL, Referat MB 2
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Internationale Kooperation
Dr. Jens-Uwe Schade
Pressesprecher
Tel.: 0331/ 866 -7016
E-Mail an Dr. Schade