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Der Weinbau im Land Brandenburg

Vielfältige und interessante Weinbaulandschaft

Trauben und Weinflaschen Neues Fenster: Bild - Weinanbau - vergrößern © MLUL

Das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg ist die zuständige Behörde für die Weinbaukartei, die Erhebung der Ernte- und Erzeugungsmeldungen sowie allgemein für das Weinrecht im Land Brandenburg.

Landesrechtliche Bestimmungen zum Weinbau sind in der Verordnung zur Durchführung des Weinrechts im Land Brandenburg vom 29. Februar 2012 geregelt.

Im Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft laufen die Daten zu den Weinbauflächen und erzeugten Weinmengen zusammen. Obwohl die Rebfläche in Brandenburg nur sehr klein ist – 30 ha im Vergleich zu über 102.000 ha in Deutschland insgesamt – so gibt es doch eine sehr vielfältige und interessante Weinbaulandschaft. 78 Prozent der Rebfläche wird von Einzelunternehmen bewirtschaftet. Darunter sind einige Betriebe, die den Weinbau sehr intensiv und professionell betreiben und die den Anspruch an einen Vollerwerbsbetrieb erfüllen können.

Genehmigung zur Neuanpflanzung von Rebflächen

Ab dem 1. Januar 2016 gilt das in der Europäischen Union neu eingeführte Genehmigungssystem für Rebpflanzungen. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ist für die Durchführung des Genehmigungssystems für Neuanpflanzungen zuständig. Anträge für das laufende Jahr können jeweils bis zum 01.03. des Jahres bei der BLE eingereicht werden. Weitere Informationen und das Antragsformular sind über die rechte Textboxen abrufbar. Eine Übersicht über die Neuregelung ist ergänzend als Vortragspräsentation dargestellt.

Durch die Rechtsänderungen sind die §§ 2 und 3 der Verordnung zur Durchführung des Weinrechts im Land brandenburg (WeinRDV) seit 01.01.2016 nicht mehr anwendbar. Die WeinRDV wird zur Zeit novelliert.

Genehmigung zur Wiederpflanzung von Rebrechten

Seit dem 1. Januar 2016 dürfen Flächen nur wiederbepflanzt werden, wenn vor der Pflanzung durch die zuständige Stelle eine Genehmigung erteilt wurde. Dazu ist das Antragsformular zu verwenden. Der Antrag kann ganzjährig gestellt werden. Er setzt voraus, dass die Rodung vollständig abgeschlossen wurde. Die Wiederbepflanzung darf nur auf Flächen vorgenommen werden, die im Betrieb des Antragstellers gelegen sind. Der Antrag muss bis zum Ende des zweiten Weinwirtschaftsjahres (31. Juli) gestellt werden, welches auf das Jahr der Rodung folgt (Beispiel: Rodung 30.01.2016 à Antragstellung bis 31.07.2018), ansonsten verfällt der Anspruch auf Wiederbepflanzung. Die Wiederbepflanzung muss innerhalb von 3 Jahren nach Erteilung der Genehmigung erfolgen. Die Nichtnutzung bzw. nicht richtige Nutzung dieser Genehmigung bis zum Ende des Genehmigungszeitraumes stellt nach § 50 Absatz 2 Nummer 5 des Weingesetzes eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit Geldbuße bis zu zwanzigtausend Euro geahndet werden kann.

Weinbauvereine beleben historischen Weinbau

Sehr wichtig für den Brandenburger Weinbau, aber auch für die Entwicklung ihrer jeweiligen Gemeinden sind die Weinbauvereine. Diese bewirtschaften rund 17 Prozent der gesamten Rebfläche. Diese Vereine haben es sich zur Aufgabe gemacht, den historisch belegten Weinbau vor Ort wieder aufleben zu lassen.

Der Weinbau hat in der Mark Brandenburg eine lange Tradition. Fast jeder Ort kennt noch Straßennamen wie „Am Weinberg“, „Weinbergsweg“, „Weinmeisterstraße“. Weinbau war in der Mark Brandenburg allgegenwärtig. Bereits im 16. Jahrhundert wurden die Weinqualitäten der einzelnen Weinbauorte bewertet, mit Herkünften aus Ungarn, vom Rhein und sogar aus dem Mittelmeergebiet verglichen und für gut befunden. Erst mit der industriellen Entwicklung im 19. Jahrhundert wurde es ökonomisch lukrativer, Tafeltrauben und vor allem Obst für die Lieferung nach Berlin anzubauen.

Der Wandel von einem flächendeckenden Weinbau zu einem Anbau auf klimatisch begünstigten Wärmeinseln hat sich schon über einen langen Zeitraum vollzogen. 95 Prozent der Rebflächen konzentrieren sich heute in den südlichen Landesteilen sowie in Werder/ Havel.

Abbildung 1: Rebstandorte im Land BrandenburgRebstandorte im Land Brandenburg © MLULAnbaugebiete für Qualitäts- und Landwein

Die Bezeichnungen der deutschen Weinbaugebiete sind im Weingesetz und der Weinverordnung geregelt. Es werden Anbaugebiete für Qualitätswein sowie für Landwein unterschieden.

Die Anfang der 1990er Jahre bestehenden Anbauflächen wurden damals zu den Qualitätsweinanbaugebieten Sachsen (Schlieben im Landkreis Elbe-Elster) sowie Saale-Unstrut (Werder/ Havel im Landkreis Potsdam-Mittelmark) zugeordnet. Die Mehrzahl der Rebflächen in Brandenburg gehört heute zu dem seit 2007 zugelassenen Landweingebiet Brandenburg.

Abbildung 2: Landweingebiet im Land BrandenburgLandweingebiet im Land Brandenburg © MLUL

Grafik Weinanbaufläche Land BrandenburgNeues Fenster: Bild vergrößernWeinanbaufläche Land Brandenburg © MLULWiderstandsfähige Rebsorten

Da klassische Sorten aufgrund ihrer Anfälligkeit gegen pilzliche Erreger einen hohen Aufwand zum Pflanzenschutz erfordern, wurden in Brandenburg viele widerstandsfähige Rebsorten gepflanzt. An klassischen Weißweinsorten findet man Müller-Thurgau, Weißburgunder, Riesling, Ruländer, Sauvignon blanc und andere.

Grafik Weinanbaufläche nach Sorten im Land BrandenburgNeues Fenster: Bild vergrößernBrandenburger Weinanbaufläche nach Sorten © MLUL Daneben gibt es neue pilzwiderstandsfähige (PiWi-) Sorten wie Johanniter (als Riesling-Ersatz), Solaris und Helios (als Müller-Thurgau-Ersatz) sowie Schönburger, Muscaris und Saphira als neue Bukettsorten. Die rote PiWi-Sorte Regent ist die mit 5,5 ha am meisten angebaute Rebsorte in Brandenburg, weitere klassische Rotweinsorten sind Dornfelder und Cabernet Dorsa.

 

Erträge

In den letzten 2 Jahren gab es einen erfreulichen Anstieg der Erträge. 2015 wurden mit knapp 1.400 Hektolitern über das Doppelte geerntet als im Mittel der Vorjahre, in denen die Erzeugung zwischen 300 und 600 Hektolitern Wein lag. Die Hektarerträge waren überwiegend niedrig und lagen über alle Betriebe und Sorten im Mittel zwischen 30 und 40 Hektolitern pro Hektar mit einer Abweichung in 2015 mit rund 55 Hektolitern pro Hektar. Die märkische Sonne lässt sehr gute Traubenqualitäten reifen, die daraus gekelterten Weine überzeugen bei den Weinproben, erlangen Preise bei Weinprämierungen und haben ihre Stammkundschaft unter den Genießern gefunden.

Grafik Erntemengen Weinbau 2010 - 2015 im Land BrandenburgNeues Fenster: Bild vergrößern © MLUL


Weiterführende Beiträge:

  • Broschüre "WeinLand Brandenburg"

    Märkischer Weinanbau bereits seit dem Jahr 1173

    Deckblatt Broschüre WeinLand Brandenburg Neues Fenster: Bild - Broschüre WeinLand Brandenburg - vergrößern © MIL

    Das Brandenburger Agrarministerium stellt in seiner neuen Broschüre „WeinLand Brandenburg“ die Anbaugebiete zwischen Löcknitz und Elster, Elbe und Oder vor. Das Heft kann kostenfrei über das Ministerium bezogen werden und ist auch als Online-Version abrufbar.

Externe Links

Rebflächen © MLUL

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)


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