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Waldzustandsbericht 2015

Ein gesunder Wald braucht einen gesunden Boden

Neues Fenster: Bild - Waldzustandsbericht 2015 - vergrößern © LFB

Trotz des trockenen Frühjahrs und der Hitzewellen im Sommer 2015 bleiben die Wälder Brandenburgs vital. Der insgesamt gute Kronenzustand hat sich erhalten und entspricht weiter dem Niveau der Jahre vor den extremen Trockenjahren 2003 und 2006. Die jetzt ausgewertete zweite bundesweite Bodenzustandserfassung im Wald liefert Informationen zur Beschaffenheit unserer Waldböden und deren Veränderung seit 1992.

Erfassung der Waldzustandsdaten

Die Daten der Waldzustandserfassung werden vom Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde seit 1991 jährlich erfasst und ausgewertet. Die Vitalität der Bäume spiegelt sich insbesondere im Zustand der Kronen wider. Aber auch andere Parameter wie z.B. die Intensität biotischer Schäden, Absterberate oder Fruktifikation werden seit einigen Jahren erfasst. Diese Parameter werden mit den deutlichen Schäden in einem Kronenzustandsindex zusammengefasst und ausgewertet. Die Angabe erfolgt auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 5 (gefährdet). Neben den bisher bekannten Schadstufen ermöglicht der Kronenzustandsindex eine wesentlich bessere Einschätzung des Gesundheitszustandes des Waldes. Der Index liegt 2015 bei 1,9 und präsentiert damit ein positives Bild.

Hauptergebnisse

41 Prozent der Waldflächen in Brandenburg sind ohne sichtbare Schäden. Das sind 6 Prozent weniger als im letzten Jahr. Die deutlichen Schäden sind gegenüber dem Vorjahr um einen Prozentpunkt auf 9 Prozent gesunken.

Das Gesamtergebnis wird durch den Kronenzustand der Kiefer in Brandenburg dominiert. Erstmals wurden 2015 für diese Baumart keine starken Schäden (Schadstufen 3 und 4) festgestellt. Jedoch bleibt die Gefährdung durch biotische Schaderreger ein Risikofaktor, der aktive Kontrollen und Maßnahmen zur Risikominderung erfordert.

Der Zustand der Eichen ist noch immer nicht zufriedenstellend, hat sich aber weiter verbessert. Die deutlichen Schäden liegen in diesem Jahr etwa auf Vorjahresniveau und der Eichenanteil ohne sichtbare Schäden hat zugenommen, er liegt jetzt bei 37 Prozent.

Für die Buche sind auf Grund der gringen Anzahl in der Stichprobe nur eingeschränkte Aussagen möglich. Aber es kann auch hier von einer auffälligen Erholung gesprochen werden. Trotz der Trockenstress-Belastung sind die Buchen mit 59 Prozent weiter die Baumartengruppe mit den geringsten deutlichen Schäden. 2011 waren 33 Prozent der Buchen stark geschädigt, 2015 beträgt der Anteil deutlicher Schäden nur noch 3 Prozent.

Die Bodenzustandserhebung

Die Bodenzustandserhebung (BZE) im Wald ist Bestandteil des forstlichen Umweltmonitorings. In einem Abstand von etwa 15 Jahren werden bundesweit Bodenzustandsinventuren durchgeführt. Um auf Gefährdungen rechtzeitig reagieren zu können ist es wichtig, den Zustand des Bodens zu kennen. In Brandenburg wurden insgesamt 322 Bodengruben angelegt. Aus verschiedenen Schichten wurden Proben entnommen und in aufwändiger Laborarbeit ausgewertet. Damit stehen Daten zur Nährstoffverfügbarkeit, zur Kohlenstoffspeicherung und zur Belastung mit Schadstoffen zur Verfügung. Die Ergebnisse zeigen einen Rückgang der wichtigen Nährelemente Kalium, Magnesium und Kalzium sowie einen immer noch zu hohen Stickstoffeintrag aus der Luft. Diese Nährstoffdissonanzen sind bisher nicht Wald gefährdend, müssen aber bei der Waldbewirtschaftung beachtet werden. Die Kombination aus fortschreitender Bodenversauerung, Stickstoffeintrag und Klimawandel birgt ein wachsendes Gefahrenpotenzial für die Stabilität der Waldbestände. 

Publikationen

Bohrspanenentnahme zur Jahrringmessung © Zische

Eberswalder Forstliche Schriftenreihe Band 57, Dezember 2014



Kontakt

Referat 34 - Wald und Forstwirtschaft
Martina Heinitz
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