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Waldumbau

Warum Brandenburg den Waldumbau braucht!

Voranbau unter Kiefer Neues Fenster: Bild - Voranbau unter Kiefer - vergrößern © LFB

Der Mensch braucht den Wald, aber durch die besonders häufig nach dem 2. Weltkrieg angelegten Reinbestände, die in Brandenburg vor allem aus Kiefern bestehen, ist seine Anfälligkeit gegenüber extremen Witterungsbedingungen und Schädlingen gestiegen. Mit Hilfe des Waldumbaus soll ein Wald entstehen, wie er sich auch von Natur aus entwickeln würde.

Brandenburg ist Wald- und Kiefernland

und bildet gewissermaßen den grünen Gürtel um Deutschlands größte Metropole Berlin. Gelegen im nordostdeutschen Tiefland, wird die Landschaft durch einen Bewaldungsanteil von 36,5 Prozent maßgeblich geprägt. Noch liegt der Kiefernanteil bei über 70 Prozent, auf 40 Prozent der Waldfläche könnten jedoch stabilere, standortgerechte und naturnahe Mischwälder mit Kiefernanteilen entstehen. Das Potenzial für reine Laubwaldflächen ist in Brandenburg standortbedingt auf etwa 18 Prozent begrenzt.

Was ist Waldumbau?

Waldumbau umfasst verschiedene forstwirtschaftliche Maßnahme, mit denen die noch immer dominierenden Kiefernmonokulturen in naturnähere Laub- und Mischwälder umgewandelt werden. In Brandenburg sind es mehr als 70 Prozent der gesamten Waldfläche. Der überwiegende Anteil soll in den nächsten Jahrzehnten durch das Pflanzen von jungen Bäumen oder das Ausnutzen einer sich selbst einstellenden Naturverjüngung sein Aussehen verändern. Dabei erfolgt unter einem Schirm des Altholzbestandes die künstliche Verjüngung des Waldes. Wo bereits geeignete Samenbäume vorhanden sind, wird der natürlichen Verjüngung immer der Vorzug gegeben.

Wieviel Waldumbau ist möglich?

In Brandenburg wurden von 1990 bis 2015 bereits 78.000 Hektar Kiefernwälder umgebaut. In den kommenden 40 Jahren könnten noch geschätzte 500.000 Hektar dazukommen. Pro Jahr können im Landeswald 1.500 und im Privat- und Körperschaftswald etwa 500 bis 1.000 Hektar Kiefernwälder umgebaut werden. Eine größere Fläche ist nicht sinnvoll, da sich nur mittelalte bis alte Bestände eignen. In diesen muss darüber hinaus auch ein Holzeinschlag stattfinden um Platz und Licht für die neue Baumgeneration zu schaffen.

Was braucht der Waldumbau?

Der Waldumbau erfordert viel Know-how. Es müssen vor Ort die individuellen Standort- und Klimabedingungen berücksichtigt werden um die Kräfte der Natur für die Stabilisierung der Waldökosysteme richtig zu nutzen. Um einen artenreichen und stabilen Mischbestand zu erhalten, muss der Waldbesitzer die Entwicklung durch waldbauliche Maßnahmen, vor allem über Eingriffe in den vorhandenen Baumbestand, laufend steuern. Dafür sind mehr Wissen, eine differenziertere Planung und ein höherer Kontrollaufwand als bei einer herkömmlichen Forstwirtschaft, also mehr Investitionen in Ausbildung und Arbeitszeit des Forstpersonals, nötig. In Brandenburg sind in den 25 Jahren seit 1990 bereits 318 Millionen Euro, davon rund 120 Millionen im Privat- und Körperschaftswald, für den Waldumbau zur Verfügung gestellt worden.

Zuviel Wild schädigt den Wald

Ohne Reduzierung der Wildbestände kann der Waldumbau zum Scheitern verurteilt sein. Vor allem Reh-,  Rot- und Damwild können die Waldverjüngung durch Verbiss-, Fege- und Schälschäden negativ beeinflussen. Deshalb ist eine stringente Bejagung für das Gelingen eines Waldumbaus sehr wichtig. Oft müssen die jungen Waldbäume durch Zäune oder Einzelschutz gegen Verbiss geschützt werden, die Kosten dafür können sich schnell auf über 2.000 Euro pro Hektar belaufen. In Brandenburg  wachsen derzeit etwa 40.000 Hektar Verjüngung im Schutz eines Zaunes. Diese Fläche steht weder dem Wild noch dem Menschen zur Verfügung, da eingezäunte Kulturflächen nicht betreten werden dürfen.


Kontakt

Referat 34 - Wald und Forstwirtschaft
Karin Müller
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