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02.02.2016Welttag der Feuchtgebiete
 

Welttag: Gut fürs Klima und die Vielfalt - Brandenburg engagiert sich für den Schutz von Feuchtgebieten

Groß Glienicke – „Mit einem Moorschutz-Programm und zahlreichen Naturschutzprojekten engagiert sich das Land für den Schutz von Feuchtgebieten“, betont Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger anlässlich des heutigen Welttags der Feuchtgebiete. Der Welttag der Feuchtgebiete wird seit 1997 jährlich am 2. Februar begangen. Er erinnert an die Verabschiedung der Ramsar-Vereinbarung, dem UNESCO-Übereinkommen über Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Watvögel.

Von grundsätzlicher Bedeutung für den Feuchtgebietsschutz ist vor allem die Umsetzung des NATURA-2000-Programms und der Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union. Zu den aktuellen Projekt im Land zählen derzeit ein EU-LIFE-Projekt zum Schutz der Lebensräume des Schreiadlers oder das vom NABU begleitete Gewässerrandstreifenprojekt an der Unteren Havel, einem der bedeutendsten Feuchtgebiete in Mitteleuropa, mit dem über viele Kilometer Uferbefestigungen entfernt, Altarme angeschlossen und Flächen für den Fluss gesichert werden.

Ob Sumpf, Moor, Bruchwald oder Feuchtwiese - Lebensräume im Übergangsbereich von trockenen zu feuchten Ökosystemen, deren Flora und Fauna an den ganzjährigen Überschuss von Wasser angepasst sind, besitzen große ökologische Bedeutung. Feuchtgebiete dienen Wasser- und Watvögeln als Rast- und Überwinterungsplatz. Sie sind Wasserfilter und mindern die Auswirkungen von Hochwasserereignissen. Gegenüber Klimaschwankungen reagieren Feuchtgebiete sensibel. Großflächige Feuchtgebiete wie Moore, Auen und Seen sind wichtige Kaltluftgebiete mit ausgleichender Funktion für das Lokalklima.

Mit rund 2.800 Seen, die größer als ein Hektar sind und eine Gesamtfläche von 60.000 Hektar einnehmen, gilt Brandenburg als gewässerreiches Bundesland. Andererseits waren mit der Kultivierung des Landes erhebliche Eingriffe in den Landschaftswasserhaushalt verbunden.

Dehnten sich im 19. Jahrhundert Moore auf etwa 300.000 Hektar der heutigen Landesfläche aus, sind es heute noch rund 165.000 Hektar. Die Fläche naturnaher Moore schrumpfte auf etwa 3.000 Hektar. Hauptursache für die Moorverluste war die großflächige Entwässerung für die landwirtschaftliche Nutzung.

Vor diesem Hintergrund ist es mehr denn je erforderlich, Moore zu erhalten, wiederherzustellen und standortgerecht zu nutzen. So wurde 2015 ein vom Land mitfinanziertes EU-LIFE-Projekt des Brandenburger NaturSchutzFonds zum Schutz der Kalkmoore erfolgreich abgeschlossen, mit dem auf fast 1.000 Hektar Moorfläche Wasserspiegelanhebungen vorgenommen und über 600 Hektar Moorfläche gesichert wurden.

Im Ergebnis aller Projekte der letzten Jahre gehen die Fachleute des Landesamts für Umwelt wieder von 7.000 bis 8.000 Hektar nasser Moorfläche aus, was nicht zuletzt für den Klimaschutz ein Gewinn ist. Sind doch in Mooren große Mengen Kohlenstoff und Nährstoffe gebunden.

Trotz der Schutzmaßnahmen und Erfolge zählen auch in Brandenburg Feuchtgebiete nach wie vor zu den bedrohten Ökosystemen. So sind die wenigen letzten Klarwasserseen in Brandenburg weiterhin durch Nährstoffeinträge gefährdet. Auch können wertvolle naturnahe Fließgewässer nicht ungeschützt in der Nachbarschaft intensiv genutzter Landschaften existieren. Hier bedarf es wirksamer Pufferzonen beziehungsweise Randstreifen, Beschattung und Uferstrukturen. Flüsse benötigen Platz, um sich entwickeln zu können, brauchen ungesteuerte Auen für die Ablagerung ihrer Sedimentfracht und den Wasserrückhalt. Fließgewässer brauchen Entwicklungskorridore. Denn funktionsfähige Feuchtgebiete ersparen Kosten für den Hochwasserschutz, unterstützen die Reinhaltung von Gewässern und sind ein Puffer bei der Bewältigung der Auswirkungen des Klimawandels.

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