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18.02.2016Erfolgsgeschichte für Kröten, Molche und Orchideen:

10. Kleiner Naturschutztag im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land

Menz – Eine Erfolgsgeschichte für Amphibien, wiederbelebte Orchideenpracht am Kunsterbach und der Umgang mit Riesenbärenklau, Waschbär und Co. sind einige der Themen auf dem Programm des Kleinen Naturschutztags am heutigen Donnerstag in Menz. Bereits zum zehnten Mal hat der Naturpark Stechlin-Ruppin zur Jahrestagung in die Regionalwerkstatt Stechlin eingeladen. Vorgestellt werden auf der schon traditionellen Veranstaltung Untersuchungen, Planungen und Projekte, die im zurückliegenden Jahr durch die Naturparkverwaltung oder ihre Kooperationspartner beauftragt oder mit Partnern umgesetzt wurden, sowie Vorhaben für die nächsten Jahre.

Die Ergebnisse der Effizienzkontrolle an der stationären Amphibienleiteinrichtung bei Altglobsow präsentiert Naturwacht-Mitarbeiter Thomas Hahn. Sie belegen, dass sich dort, wo Erdkröten, Moor-, Gras- und Teichfrösche sowie Kamm- und Teichmolche auf dem Weg zu ihren Laichgewässern eine Straße queren müssen, die langjährigen Anstrengungen zu deren Schutz auszahlen. Zuvor war das Überqueren der Straße für viele Tiere tödlich. Das hat sich seit 1996 Schritt für Schritt geändert. Zunächst war ab 1996 zur Zeit der Amphibienwanderung ein temporärer Schutz eingerichtet und durch zahlreicher Ehrenamtliche und die Naturwacht betreut worden, schließlich wurde im Herbst 2008 die stationäre Leiteinrichtung gebaut.

195.000 Euro aus dem EU-Programm zur Sicherung des natürlichen Erbes und aus Mitteln des NaturSchutzFonds Brandenburg wurden für die auf einer Länge von rund. 750 Metern an beiden Straßenseiten errichtete Anlage mit 15 Tunneln investiert. Mit 30.000 Euro finanzierte der NaturSchutzFonds 2010 die Revitalisierung des Laichgewässers Schleiluch. Die Anstrengungen und Investitionen zahlen sich aus. Seit 1996 hat sich die Amphibienpopulation nahezu verzehnfacht. 2015 nutzten etwa 5.000 Tiere den gefahrlosen Weg durch die Tunnel bei ihrer Wanderung zum Laichgewässer. Ein wichtiger Brandenburger Beitrag zum Schutz der Kammmolche und Moorfrösche.

Wie die einstige Orchideenpracht auf die Liebeswiese im Naturschutzgebiet Kunsterspring zurückkehrte, darüber berichtet Michael Schade vom Regionalverband Ruppin e. V. der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW). Seit 1994 betreut der 19köpfige Regionalverband das 2,3 Hektar große Areal. Damals gab es aufgrund der aufgelassenen Nutzung nur noch einen Restbestand von etwa 150 blühenden Orchideen. Seither wird die Wiese jährlich im Rahmen des Vertragsnaturschutzes gemäht, das Mahdgut von der Fläche getragen und abtransportiert. Orchideen wie das Breitblättriges oder Steifblättriges Knabenkraut blühen wieder auf. Im vergangenen Jahr ist der Bestand der Liebeswiese wieder auf etwa. 530 blühende Exemplare angewachsen.

In welchem Umfang Neophyten und Neozoen (eingeschleppte Arten) bereits ein Naturschutzproblem im Naturpark sind, beleuchtet Silke Oldorff, Landschaftsplanerin im Naturpark. Vielerorts in Europa  verdrängen Waschbär, Schwarzmundgrundel, Indisches Springkraut und Riesenbärenklau und andere aus Nordamerika, Asien oder Afrika eingeschleppte Arten heimische aus ihren Lebensräumen. Oft führen fehlende Gegenspieler zu einer invasiven Ausbreitung. Dem gilt es entgegenzuwirken. Um einen Überblick über das Vorkommen invasiver Pflanzenarten im Naturpark zu erhalten, wird die Naturwacht deshalb in diesem Jahr Riesenbärenklau, Sacchalin-Knöterich und Indisches Springkraut kartieren. Alle Einwohner und Gäste des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land sind aufgerufen, die Kartierung zu unterstützen.

Beobachtungen können über: www.stechlin-ruppiner-land-naturpark.de erfasst oder per Mail gemeldet werden an: Silke.Oldorff@lugv.brandenburg.de.

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Dr. Jens-Uwe Schade
Pressesprecher
Tel.: 0331/ 866 -7016
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