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18.03.2016Internationaler Tag des Waldes

Potsdam – Der Internationale Tag des Waldes am 21. März ist alljährlich der Tag, um die verschiedensten Aspekte der Forstwirtschaft herauszustellen.

In diesem Jahr wollen die Fachleute des Landeskompetenzzentrums Forst Eberswalde unter anderem auf die Wechselwirkungen von Waldumbau und Wasserhaushalt hinweisen. Wasser ist nicht nur in den Wüstenzonen ein knappes Gut, sondern auch im vergleichsweise niederschlagsarmen Brandenburg. Die Wälder brauchen natürlicherweise Wasser zum Wachsen und Gedeihen, andererseits verbessern sie insbesondere die Grundwasserneubildung.

Forstleute und Waldbesitzer können durch eine natürliche Gestaltung des Waldaufbaus und der Baumartenvielfalt zur Verbesserung des Landschaftswasserhaushalts beitragen. Ein gut durchwurzelter, lockerer und humusreicher Waldboden kann das Wasser länger in der Landschaft halten und filtert biologisch und mechanisch im Wasser enthaltene Schad- und Sinkstoffe heraus. So wirkt Wald regulierend auf den Wasserhaushalt und das feuchtere Waldklima dämpft - im Gegensatz zum Offenland - lokale Klimaextreme.

In den letzten Jahren leiden Brandenburgs Wälder verstärkt unter Wassermangel, denn trockene. Sehr heiße Frühjahrs- und Sommerperioden haben stark zugenommen. Aufgeforstete Jungpflanzen vertrocknen, Waldgewässer verlanden, Schädlinge wie Kiefernspinner und Eichenprozessionsspinner können sich stark vermehren und die Waldbrandgefahr steigt. Deshalb muss der Waldumbau konsequent weitergeführt und der Waldverlust durch konkurrierende Nutzungsansprüche eng begrenzt werden. 

Die Waldfläche und die Struktur der Wälder wurden in Mitteleuropa, so auch in Brandenburg, entscheidend von wirtschaftlichen Notwendigkeiten geprägt. Die natürlichen Buchenwälder im submaritim geprägten Nordbrandenburg sowie die gemischten Eichen-Kiefernwälder im subkontinentalen Bereich Zentral- und Ostbrandenburgs mussten zum überwiegenden Teil schon vor über hundert Jahren den reinen Kiefernwäldern weichen, da diese auf den armen Böden mehr Ertrag versprachen. Im Zweiten Weltkrieg und kurz danach wurden viele Wälder zur Unterstützung der Kriegswirtschaft und zur Bedienung von Reparationsleistungen kahlgeschlagen und anschließend mit Kiefern wieder aufgeforstet. So nimmt die Kiefer heute in Brandenburg einen Anteil von nahezu 70 Prozent ein. Ihr ursprünglicher Anteil betrug hingegen nur etwa 13 Prozent.

Brandenburgs Wald verändert sein „Gesicht“

Waldumbau ist seit zwei Jahrzehnten ein Thema der heimischen Forstwirtschaft und wird als Generationenaufgabe noch viele Jahre im Mittelpunkt der Bemühungen stehen. Private und kommunale Waldbesitzer können Fördermittel für den Waldumbau beantragen, um die Wälder Brandenburgs langfristig in stabile Mischwälder umzubauen. Für den Waldumbau wurden durch die Landesforstverwaltung im Schnitt der vergangenen Jahre jeweils rund drei Millionen Euro bereitgestellt.

In Brandenburg wurden von 1990 bis 2014 75.000 Hektar Kiefernwälder umgebaut. In den kommenden 40 Jahren könnten noch geschätzte 500.000 Hektar dazukommen. Pro Jahr können im Landeswald 1.500 und im Privat- und Körperschaftswald etwa 500 bis 1.000 Hektar Kiefernwälder umgebaut werden. Eine größere Fläche ist nicht sinnvoll, da sich nur mittelalte bis alte Bestände eignen. In diesen muss darüber hinaus auch ein Holzeinschlag stattfinden, um Platz und Licht für die neue Baumgeneration zu schaffen. Außerdem muss die Wasser- und Nährstoffversorgung der Laubbäume gesichert sein.

In vielen Fällen helfen aber auch die Gratiskräfte der Natur: Wo bereits geeignete Samenbäume vorhanden sind, nutzen Forstleute die natürliche Verjüngung der Laubbäume. Deshalb haben sich Brandenburgs Förster auch den Eichelhäher als Maskottchen für ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Rahmen der Waldpädagogik ausgesucht.

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