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18.03.2016Poitou, Schwarznase und Kune Kune: Das Brandenburger Elbe-Biosphärenreservat hat seinen ersten Arche-Hof

Rühstädt – Der erste Archebetrieb im brandenburgischen Teil des Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe steht in Mödlich. Die deutsche Gesellschaft zur Erhaltung und Förderung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) hat auf ihrer Jahrestagung die Anerkennungsurkunde an Jeannette und Jens Neumann überreicht.

Das Ehepaar hat sich auf die französischen Großesel der Rasse Poitou, richtiger gesagt: Baudet du Poitou, spezialisiert. Mit dem Ende der Mauleselproduktion und der Mechanisierung der Feldarbeit verlor diese um Poitou in Südfrankreich gezüchtete Rasse an Bedeutung und steht nun bereits in der Roten Liste der gefährdeten Haustierrassen der GEH. Poitous  werden heute auch in Deutschland gezüchtet, 2015 gab es rund 220 eingetragene Zuchtesel in Deutschland. Die Familie Neumann hält fünf dieser Tiere in Mödlich und möchte ebenfalls züchten. Neben den Zotteleseln leben auf dem Hof, auf dem ab Mai auch Besichtigungen stattfinden sollen, Waliser Schwarznasen (Schafsrasse) und Kune Kune-Schweine. Demnächst kommen Leinengänse dazu. Ab Mail Arche-Betrieb wird, wer mindestens drei alte Haustierrassen hält.

So manch alte Tierrasse existiert heute nur noch durch besonders engagierte Tierhalter. Alte Haustierrassen bringen oft nicht die gewünschte hohe Leistung an Eiern, Wolle, Fleisch oder Milch. Sie eignen sich weniger für intensive Haltungsbedingungen und verschwanden so aus vielen Ställen. Hundert Spezies stehen auf der Roten Liste der bedrohten Nutztierrassen der GEH, darunter das extrem bedrohte Glanrind, das stark gefährdete Original Braunvieh oder das gefährdete Deutsche Schwarzbunte Niederungsrind. Diese drei Rassen sind zusammen die „Nutztierrasse des Jahres 2016“. 

Weil es in den Biosphäre-Regionen Niedersachsens und Mecklenburg-Vorpommerns über 180 Halter von vom Aussterben bedrohten oder seltenen Nutztierrassen und viele Archehöfe gibt, hat die GEH dieses Gebiet als Arche-Region Flusslandschaft Elbe ausgezeichnet. Im niedersächsischen Neuhaus entstand mit Unterstützung der Gemeinde und des Landkreises ein Archezentrum. Im Haus des Gastes kann man sich eine Ausstellung ansehen und Produkte der Arche- Betriebe kaufen.

Alte Tierrassen sind oft an spezielle Klima- oder Umweltverhältnisse angepasst, so dass ihr Erbgut für den Umgang mit Klimaveränderungen noch sehr wertvoll sein kann. Das Fleisch alter Nutztierrassen ist für viele Feinschmecker ein Leckerbissen. Wertvolle genetische Ressourcen zu erhalten, ist als Aufgabe im „Übereinkommen über die Biologische Vielfalt“ bei der der UN-Konferenz in Rio des Janeiro von 1992 festgeschrieben.

Weitere Informationen: Martina Grade, Telefon:  038791/ 980 17

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Dr. Jens-Uwe Schade
Pressesprecher
Tel.: 0331/ 866 -7016
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