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20.03.2017Vogelsänger zum Weltwassertag am 22. März: Abwasser – die ungenutzte Ressource

Potsdam – Der Weltwassertag, der von den Vereinten Nationen ausgerufen und jährlich am 22. März begangen wird, steht in diesem Jahr unter dem Motto „Abwasser – die ungenutzte Ressource“. Dazu erklärte Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger, derzeit auch Vorsitzender der Umweltministerkonferenz: „Die sich immer schneller vollziehenden Veränderungen des Klimas sind offenkundig. So sind in Brandenburg vielerorts sinkende Wasserstände in Teichen und Seen zu beobachten.“

Der Minister nutzte den Weltwassertag für einen Apell zum sparsamen Umgang mit Trinkwasser und betonte: „Brandenburg wird auch in Zukunft seine konsequente Politik des vorsorgenden Grundwasserschutzes fortsetzen.“ 

Wissenschaftler widmen sich weltweit der Frage, ob der Wasserhaushalt durch die Wiederverwertung gereinigten Abwassers gestützt und somit die wertvolle Ressource Wasser nachhaltig geschont werden kann. Auch auf europäischer Ebene wird für den Schutz der europäischen Wasserressourcen unter anderem auch die Frage einer verstärkten Wiederverwendung von Wasser für Bewässerungs- und industrielle Zwecke aufgeworfen. Für eine etwaige Wiederverwendung von gereinigtem Abwasser ist eine sorgfältige Abwägung des wasserwirtschaftlichen Nutzens und der hiermit verbundenen Risiken für das Grundwasser nötig. Die Kläranlagen in Brandenburg weisen bereits heute einen hohen Standard bei der Abwasserreinigung auf. Dennoch enthält das gereinigte Abwasser geringe Mengen von Problemstoffen, die das Grundwasser verunreinigen würden.

Ein interdisziplinärer Forschungsverbund hatte sich mit den speziell in der Region Berlin-Brandenburg in Betracht kommenden Möglichkeiten der Abwassernutzung beschäftigt.  Auch im Ergebnis dieser Studien wurde festgestellt, dass das Risiko einer Belastung von Boden und Grundwasser durch die Ausbringung von gereinigtem Abwasser nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann. Darüber hinaus sind in den ländlichen Regionen Brandenburgs die zur Verfügung stehenden Abwassermengen zu gering, um nennenswerte Beiträge zur Stabilisierung des Landschaftswasserhaushalts leisten zu können.       

Auch wenn Brandenburg mit einer mittleren Jahresniederschlagsmenge von 558 Millimetern eines der trockensten Bundesländer ist, kommt gegenwärtig eine Nutzung von gereinigtem Abwasser aus Vorsorgegründen nicht in Betracht. Nachhaltig wirksame Maßnahmen zur Stabilisierung des Wasserhaushalts müssen sich vorrangig an den naturräumlichen Gegebenheiten im Einzugsgebiet und den unterschiedlichen Nutzungen orientieren. So kann etwa das Waldumbauprogramm mithelfen, einen höheren Anteil des Niederschlagswassers für die Grundwasserneubildung zu nutzen, anstatt zu verdunsten.

Intelligente Abflusssysteme und der sparsame Umgang mit Wasser werden dafür sorgen, dass auch zukünftigen Generationen in Brandenburg genügend Wasser vorfinden.

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Dr. Jens-Uwe Schade
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