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11.01.2018Tag des Milchrindhalters in Götz

Götz – Traditionell zu Jahresbeginn treffen sich Brandenburgs Bauern zum „Tag des Milchrindhalter“. Der Erfahrungsaustausch wird von der RBB Rinderproduktion Berlin-Brandenburg GmbH, dem Landeskontrollverband Berlin-Brandenburg e.V. und dem Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung organisiert. In diesem Jahr kann Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger auf eine insgesamt „entspanntere Lage in der Milcherzeugung“ verweisen, „wobei Wirtschaftlichkeitssituation in der Milcherzeugung nach wie vor problematisch ist.“

„Milcherzeugung ist einer der wichtigsten Produktionszweig der heimischen Landwirtschaft. Sie  trägt maßgeblich zur Wertschöpfung in der Landwirtschaft bei“, so der Minister.

Vogelsänger: „Aus agrarpolitischer Sicht steht das kommende Jahr im Vorzeichen der neuen EU-Förderperiode ab 2020. Als ostdeutsche Agrarminister haben wir uns in Potsdam parteiübergreifend gerade auf zehn Punkte verständigt, die wir im Januar in die Sonderagrarministerkonferenz im Umfeld der Grünen Woche einbringen werden. Jeder, der sich mit den bereits veröffentlichten Papieren befasst, ahnt, dass da sehr leidenschaftliche Diskussionen um die Neuaufteilung des Agrarbudgets im Zeichen des Brexit und der neuen EU-Herausforderungen auf uns zukommen.“

Die Stellungnahme der fünf ostdeutschen Agrarminister soll in die Diskussion mit dem Bund und der EU-Kommission einfließen. „Auch wenn im Moment noch vieles offen ist, so ist dennoch erkennbar, dass von 10-Thesen-Papier der ostdeutschen Agrarministerinnen und Agrarminister neun Thesen keine Kollision mit den Vorstellungen der Kommission bedeuten würden. Kritisch sehen wir wie in der Vergangenheit, wenn Agrarbeihilfen mechanisch an Betriebsgrößen ausgerichtet werden. Hier bietet sich als Ausweg zur Gewährung von Direktzahlungen an die erforderlichen Arbeitsleistungen zu koppeln.“

Konsensfähig dürfte auch die Einschränkung sein, die  „Stützung nur an echte Landwirte zu zahlen, das heißt an diejenigen, die aktive Landwirtschaft betrieben, um ihren Lebensunterhalt damit zu verdienen.

Vogelsänger: "Wichtigen Handlungsbedarf sehe ich auch im Bereich Tierwohl, gerade auch im Zusammenhang mit unserem Brandenburger Tierschutzplan."

Nach knapp einjähriger intensiver Arbeit verfügt Brandenburg als eines der ersten Bundesländer über einen Tierschutzplan. Unter Beteiligung des Berufsstands, des Aktionsbündnisses Agrarwende, der Wissenschaft und Interessenverbände der Wirtschaft war bis Ende 2017 ein Tierschutzplan zu erarbeiten. Der fertig gestellte Plan umfasst insgesamt 131 Handlungsempfehlungen. Der Tierschutzplan ist eine gute Grundlage um beim Tierschutz in der Nutztierhaltung weiter voranzukommen und um auch den Erwartungen der Verbraucherinnen und Verbraucher zu entsprechen.

„Wir brauchen jetzt noch einige Zeit, um mit dem Verbraucherschutzministerium die vorgeschlagenen Maßnahmen zu bewerten und Schlussfolgerungen für das Land zu ziehen“, erläuterte der Minister: „Die Notwendigkeit der Weiterentwicklung der Nutztierhaltung zu mehr Tierwohl ist unstrittig. Die Umsetzung, insbesondere bei notwendigen Investitionen in Tierhaltungen, braucht Zeit und Geld und vor allem auch die Unterstützung der Landwirte, denn etliche der Maßnahmen sind freiwillig und können nicht gesetzlich angeordnet werden. In anderen Fällen werden wir nur weiterkommen, wenn der Bund beziehungsweise die Forschung mitziehen.“

So sollen im Rahmen von Schulungsangeboten für landwirtschaftliche Berater Themen der Tierhaltung beziehungsweise des Tierschutzes stärker in den Fokus rücken, kündigte Vogelsänger an. Auch bei der neuen Beraterrichtlinie, die derzeit im Landwirtschaftsministerium erarbeitet wird, wird ein Schwerpunkt die artgerechte Tierhaltung sein. Konventionell wirtschaftende Landwirte und Bio-Bauern sollen dafür geworben werden, sich mit ihren Unternehmen als Demonstrationsbetrieb zur Verfügung zu stellen, in denen beispielgebend für die Branche und mit wissenschaftlicher Begleitung Tierwohlprojekte umgesetzt werden. In dieser Richtung wird auch das Förderprogramm der Europäischen Innovationsinitiative (EIP) bereits seit zwei Jahren gezielt genutzt. Über EIP kann das Land Fördermittel für Wissenschafts-Praxis-Verbünde einsetzen, die beispielsweise Fragen der Tierhaltung beziehungsweise der Tiergesundheit untersuchen wollen. Der Aufruf  für die sogenannte vierte Tranche wurde gerade veröffentlicht. Zugesagt wird auch, dass die in Brandenburg angebotene einzelbetriebliche Förderung unter dem Blickwinkel der Arbeit des Tierschutzplans nochmals evaluiert wird. Ein weiterer Kernpunkt ist auch der Umgang mit tierischen Lebensmitteln entlang der gesamten Wertschöpfungskette bis in den Handel.

Im abgeschlossen Prüfjahr 2016/17 wurden durchschnittlich 9.477 Milchkilogramm je Kuh ermolken. Das ist  gerade unter den schwierigen ökonomischen Bedingungen der letzten Jahre in der Branche eine hervorragende Leistung der Brandenburger Betriebe. Insgesamt beträgt die Rohmilcherzeugung im Land Brandenburg rund 1, 4 Millionen Tonnen. Damit ist jedoch nur ein Eigenversorgungsgrad von Berlin und Brandenburg von 70 Prozent möglich.

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